Digitales Selbstzeugnis-Repertorium

Das digitale Selbstzeugnis-Repertorium dient der Auffindbarkeit der frühneuzeitlichen Selbstzeugnisse der Handschriftenbestände der Herzog August Bibliothek auf der Basis einer systematischen Verzeichnung und Beschreibung. Die Selbstzeugnisse wurden aus den folgenden Handschriftengruppen identifiziert: Augusteer, Extravagantes, Novi, Novissimi, Blankenburger, Weißenburger und Helmstedter. Als Grundlage für die Beschreibung im Repertorium dienten die gedruckt vorliegenden Kataloge der genannten Handschriftengruppen. In diesen Katalogen werden im Register alle Texte mit Bezug zu einer Person unter dem Personennamen verzeichnet. Die Textsorte Lebenslauf ist demnach nicht unter dem Stichwort Lebenslauf auffindbar. Diesen Such- und Findvorgang erleichtert das Repertorium, indem anhand verschiedener Filter und Zugänge auf die Texte zugegriffen werden kann.

Alle aufgenommenen Selbstzeugnisse bzw. Handschriften wurden autoptisch untersucht und ein Repertoriumseintrag pro Selbstzeugnis erstellt. Handschrift und Selbstzeugnis sind nicht immer deckungsgleich, da sich in einer Handschrift mehrere Selbstzeugnisse befinden können oder weil sich ein Selbstzeugnis über mehrere Handschriften erstrecken kann.

Die Aufnahme der Texte in das Repertorium erfolgte anhand unterschiedlicher Kriterien. Der Bestand der Herzog August Bibliothek setzt sich zu einem großen Teil aus Handschriften und Texten der Frühen Neuzeit zusammen, wodurch ein zeitlicher Rahmen gegeben ist, der nur durchbrochen wird, wenn ein Selbstzeugnis dies aufgrund seiner Relevanz erfordert. Zweitens wurde das Konzept des Projektes so ausgelegt, dass zunächst die handschriftlichen Bestände bearbeitet wurden. Eine Erweiterung des Repertoriums um handschriftliche Selbstzeugnisse in Drucken sowie um Drucke wäre technisch möglich und für die Forschung wünschenswert. Dies gilt ebenfalls für die Selbstzeugnisse anderer Epochen bzw. Zeitabschnitte. Einige Teile des Handschriftenbestandes wurden oder werden bereits in anderen Projekten bearbeitet und in diesem Projekt nicht noch einmal berücksichtigt. Zu dieser Kategorie gehören der Handschriftenbestand Marquard Gudes und der Bestand der Schriften Georg Phillip Hainhofers. Hainhofers Bestand wird ab 2017 in einem Editionsprojekt erforscht, sodass im Repertorium lediglich eines seiner Selbstzeugnisse, die Reisebeschreibung mit der Signatur 60.21 Aug. 8°, aufgenommen wurde, von dort wird auf die anderen Handschriften verwiesen. Eine weitere Kategorie setzt sich aus Textsorten zusammen, die ebenfalls bereits durch Datenbanken oder Projekte an der HAB repräsentiert werden. Dazu gehören die Textsorte Leichenpredigt und Brief. Ausgenommen sind Sonderformen wie Abschieds- und Liebesbrief sowie Reiseberichte oder Tagebücher in Briefform.

Die Darstellung des Repertoriums erfolgt in der Hauptansicht als alphabetische Liste der Sachtitel. Die Suche wird in Form einer textsortenübergreifenden Recherche auch mit Hilfe von Filtern und einer Volltextsuche ermöglicht. Die folgenden Kategorien bilden das Schema für die Einträge im Repertorium und sind zugleich die genannten Suchfilter: Aufbewahrungsort, Signatur, Verfasser, Titel in Vorlageform, Sachtitel, Textart, Besitzgeschichte, Überlieferungsart, Entstehungszeit, Berichtszeitraum, Einband, Beschreibstoff, Umfang, Maße des Buchblocks, Seitenzählung, Seitenaufbau, Illustrationen, Sprache, Inhalt, Beigaben/Besonderheiten, Bibliographische Verweise, Entstehungsort.

Die Sachtitel orientieren sich an den Originaltiteln und enthalten daher auch zeitgenössische Begriffe für die Textsortenbenennung. Die Textsorte, die als Filter und Facette dient, wurde nach modernen Begriffen benannt, so trägt z.B. 17.9 Aug. 2° den Sachtitel "Diarium Johannes Karg" und ist der Textsorte "Tagebuch" zugeordnet.