Digitales Selbstzeugnis-Repertorium

Das Selbstzeugnis-Repertorium ermöglicht die Auffindbarkeit der frühneuzeitlichen Selbstzeugnisse im Handschriftenbestand der Herzog August Bibliothek. Das digitale Findmittel bietet eine systematische Verzeichnung und neue Beschreibung der Texte. Grundlage dafür sind die gedruckt vorliegenden Kataloge der Handschriftengruppen: Augusteer, Blankenburger, Extravagantes, Helmstedter, Novi, Novissimi, Weißenburger. Einige Abteilungen des Handschriftenbestandes werden in anderen Projekten der Herzog August Bibliothek bearbeitet und hier nicht noch einmal berücksichtigt. Dazu gehören die Handschriften Marquard Gudes (HAB) und Georg Phillip Hainhofers. (HAB).

Alle aufgenommenen Selbstzeugnisse wurden autoptisch untersucht und ein Repertoriumseintrag pro Text erstellt. Codex und Selbstzeugnis sind nicht immer deckungsgleich, da sich in einer Handschrift mehrere Selbstzeugnisse befinden können oder sich ein Selbstzeugnis über mehrere Handschriften erstrecken kann. Zusätzlich zu den inhaltlichen Beschreibungen der Selbstzeugnisse wurden die äußeren Merkmale jeder Handschrift geprüft und in die Einträge aufgenommen.

Für das Repertorium ist die Definition von Selbstzeugnis relativ weit gefasst. Folgende Kriterien wurden für die Aufnahme der Texte als Selbstzeugnisse in das Repertorium herangezogen. Für eine Aufnahme müssen nicht alle Kriterien erfüllt sein und bei jedem Text musste individuell entschieden werden:

- Inhalt: der/die Verfasser/in und sein/ihr Leben sind Gegenstand des Textes, er/sie nimmt explizit darauf Bezug

- Überlieferungsgeschichte: autograph („mit eigener Hand“) und in Ich-Form

- Motivation/Intention des Verfassers/der Verfasserin: kein äußerer Antrieb (amtlich, beruflich o.ä.) erzwingt das Schreiben; Freiwilligkeit

Folgende Textsorten wurden in das Repertorium aufgenommen:

Abschiedsbrief, Autobiographie, Familienbuch, Familienchronik, Gefangenschaftsbericht, Gesandtschaftsbericht, Glaubensbekenntnis, Korrespondenzverzeichnis, Lebenslauf, autobiographische Notizen, Pilgerbericht, Rechnungsbuch, Reisebericht, Schreibkalender, Tagebuch, Testament

Folgende Textsorten aus dem Bestand wurden nicht im Repertorium aufgenommen:

Andachtsbuch, Arzneibuch, Beichte, Bibliotheksinventar, Brief, Bücherlisten, Chronik, Gebet, Gebetbuch, Horoskop, Leichenpredigt, Predigt, Mirakelbuch, Prophezeiung, Rezeptbuch, Sprüche, Stammbuch, Stundenbuch, Traktat, Urkunde, Verhör, Zeugnis, Wappenbuch

Die Darstellung des Repertoriums erfolgt in der Hauptansicht als chronologische Liste der Titel. Die Suche wird in Form einer textsortenübergreifenden Recherche mit Hilfe von Filtern und einer Volltextsuche ermöglicht. Die folgenden Kategorien bilden das Schema für die Einträge im Repertorium und sind zugleich die genannten Suchfilter: Aufbewahrungsort, Beigaben/Besonderheiten, Berichtszeitraum, Beschreibstoff, Bibliographische Verweise, Einband, Entstehungsort, Entstehungszeit, Illustrationen, Inhalt, Maße des Buchblocks, Provenienz, Sachtitel, Seitenaufbau, Seitenzählung, Signatur, Sprache, Textart, Titel in Vorlageform, Überlieferungsart, Umfang, Verfasser.

Die gewählten Textsortenbegriffe sind modern und können mehrere Textformen mit frühneuzeitlichen Benennungen enthalten. Unter dem Textsortenfilter Tagebuch sind beispielsweise auch Diarien und Ephemeriden verzeichnet. Um die Recherche von Selbstzeugnissen in weiteren Portalen und Repertorien zu erleichtern, wurde im Projekt ein Glossar erstellt, das Synonyme der Textsorten und Oberbegriffe für Selbstzeugnisse enthält.